Von Emily Orlowski
Übersetzung von Kevin Herschbach, Qualitätskontrolle Ellen Göppl

Zwar kommunizieren sowohl Briten als auch Amerikaner auf Englisch, das bedeutet jedoch nicht, dass sie immer dieselbe Sprache sprechen. Selbst die gewöhnlichsten Begriffe können zu Verwirrung führen und der Auslöser für witzige und peinliche Situationen, aber auch handfeste Missverständnisse sein. Und ehe man sich‘s versieht, versteht der eine den anderen nicht mehr.

Von Vögeln und Badewannen

Nehmen wir als Beispiel das gängige englische Wort „bird“. In erster Linie bezeichnet der Begriff natürlich das, was man hierzulande Vogel nennen würde, britische Männer jedoch meinen damit unter Umständen eine junge Frau. Auch die Art, wie man nach dem Weg zur Toilette fragt, unterscheidet sich in den beiden Ländern. Während die Briten kein Problem damit haben, das Wort „toilet“ (oder auch „loo“) in den Mund zu nehmen, empfinden Amerikaner die Formulierung als unhöflich und fragen stattdessen nach dem Badezimmer, „bathroom“. Ein Brite würde sich an dieser Stelle erkundigen, ob man denn die Badewanne benutzen wolle. Ist man in den USA unterwegs, sollte man übrigens keine „fish and chips“ bestellen, es sei denn, man zieht Kartoffelchips (im Britischen „crisps“) den sonst üblichen Pommes frites als Beilage vor. Die Verwirrung kennt keine Grenzen: Während einem in England übel ist („sick“), wäre man in Amerika schon krank. Auf der Insel ist man erschöpft („to be knackered“), auf dem Kontinent gleich erschlagen („to be beat“). Der Herbst hört im Vereinigten Königreich auf den Namen „autumn“, während man in den Staaten „fall“ bevorzugt. Die Liste lässt sich beliebig fortführen: diesseits des Atlantiks heißt es „football“ statt „soccer“, „lift“ statt „elevator“, „trousers“ statt „pants“, „flat“ statt „apartment“, „rubbish“ statt „trash“, „rubber“ statt „eraser“, „motorway“ statt „highway“, „mobile“ statt „cell“ (und nirgends „Handy“)…

Und das ist nur die Spitzes des Eisbergs … Als wäre die englische Rechtschreibung nicht schon undurchsichtig genug, gibt es auch noch Unterschiede zwischen der britischen und der amerikanischen Orthographie. Oft machen diese nicht mehr als einen einzigen Buchstaben aus: Wo viele britische Wörter auf „se“ enden, schreiben Amerikaner „ze“ (z. B. „organise/organize“ und „analyse/analyze“), während sie bei Wörtern wie „honour“, „behaviour“ und „colour“ das „u“ weglassen. Unterschiede in der Schreibweise können auch Auswirkungen auf die Aussprache haben: Während die Briten „aluminium“ verwenden, sprechen Amerikaner von „aluminum“, wodurch eine Silbe wegfällt. Auch die Zeichensetzung bleibt nicht verschont, ob es nun um den Punkt nach „Dr“ oder „Mr“ geht oder um die Groß- bzw. Kleinschreibung nach einem Doppelpunkt.

Jede Menge Stolperfallen

Die Unterschiede zwischen dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten sind nicht nur auf einzelne Wörter und Rechtschreibung begrenzt. Man vergleiche beispielsweise das Bildungssystem beider Länder. Briten können mit den „juniors“ und „seniors“ (Schüler oder Studenten in ihrem dritten bzw. vierten Jahr) ihrer amerikanischen Kollegen wenig anfangen, während diese am Ende ihres Lateins sind, wenn es um die verschiedenen „Key Stages“ (Abschnitte im britischen Schulsystem) geht. Auch die Schreibweise des Datums kann zu Problem führen. Vereinbaren britische Geschäftsleute mit ihren amerikanischen Kollegen ein Meeting für den 02.04.16, sollten sie sich nicht wundern, wenn die Amerikaner rund zwei Monate zu früh, nämlich am 4. Februar, auf der Matte stehen. Die Reihenfolge von Tag und Monat ist in beiden Ländern nunmal vertauscht. Während man den 02.04.16 in Großbritannien als „2nd April 2016“ schreiben würde, wäre das im amerikanischen Englisch „February 4, 2016“. Ganz nebenbei sollte dann auch der Weg zum Konferenzsaal ausgeschildert sein. Der erste Stock der Briten befindet sich nämlich eine Etage über dem ersten Stock der Amerikaner.
Höflichkeit will gelernt sein

Briten und Amerikaner unterscheiden sich auch in der Art, wie sie sich gegenüber ihren Mitmenschen ausdrücken. Amerikaner tragen gerne dick auf und sind Freunde von Übertreibung und lebhaften Schilderungen. Briten sind da zurückhaltender und fallen selten mit der Tür ins Haus. Dementsprechend reicht es nicht aus zu sagen, ein Marketingtext solle in englischer Sprache abgefasst werden. Eine für Amerikaner konzipierte Werbeanzeige kommt nicht zwangsläufig auch bei britischem Publikum gut an und umgekehrt. Worüber Amerikaner lachen, darüber können Briten manchmal nur den Kopf schütteln, wohingegen britischer Humor unter Umständen beim amerikanischen Publikum auf komplettes Unverständnis trifft. Und während man auf der Insel eine beinahe übertriebene Höflichkeit pflegt, kann ein ungeschickt platziertes „please“ in Amerika sogar provozierend wirken. In Großbritannien ist die indirekte Kommunikation das A und O, denn um den heißen Brei herumzureden gehört hier zum guten Ton, wohingegen Amerikaner viel schneller auf den Punkt kommen.

Die Sprachhürden überwinden

Wie man sieht, gilt es bei der Übersetzung von Texten ins Englische einiges zu beachten und die Unterschiede der beiden Varianten beschränken sich längst nicht nur auf die hier genannten Beispiele. Werden die kulturellen Eigenheiten nicht berücksichtigt, so schadet dies nicht nur Ihrer Glaubwürdigkeit und Professionalität in den Augen der Leser (oder Zuhörer), sondern kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Zielpublikum vergrault wird. Wir vom Übersetzungsbüro Peschel fragen daher immer nach der Leserschaft einer Übersetzung. Das Ergebnis ist eine exakte und hochwertige Übersetzung, die außerdem an die kommunikativen Feinheiten und den kulturellen Kontext des jeweiligen Landes angepasst ist, damit Ihr Zielpublikum genau die Botschaft erreicht, die Sie übermitteln möchten. Wenn zwei Länder dieselbe und gleichzeitig unterschiedliche Sprachen sprechen, führt nur kulturelles Verständnis zum Erfolg. Und genau das können wir Ihnen bieten.